MD: 111

Deutsch

Jutta Künast-Ilg, DG 2016/17 111-BN

Dr. Claudia Spieß-Kiefer, DG 2016/17 111-BS

Eva Küpers, DG 2016/17 111-NH

Dr. Petra Hänert, DG 2016/17 111-N

 

Frauen & Lions – Open Space Veranstaltung auf dem KDL 2017 - Berlin

 

Dr. Petra Hänert (N), Jutta Künast-Ilg (BN), Eva Küpers (NH), Dr. Claudia Spieß-Kiefer (BS)

 

Lions-Jahr 2017/2018:

PDG Regina Risken aus MN wird die erste Internationale Direktorin für den MD 111,

 

LJ 2018/2019:

Gudrun Yngvadottir aus Island wird die erste Weltpräsidentin bei LCI,

 

LJ 2016/2017:

vier der 19 Distrikte werden von Frauen als Distrikt-Governor geführt – was lag da näher als ein Workshop zum Thema #morewomeninlions auf dem KDL in Berlin?

 

Die Open Space Veranstaltung war eine der am besten besuchten, 25 Frauen und vier Männer diskutierten engagiert und mit viel persönlichem Input diese Themen:

 

 

  • Die magischen 50 %:

    Ist es möglich, im Zuge der Gleichberechtigung Frauen und Männer in ausgewogener Mitgliederzahl für Lions zu akquirieren, um im Sinne unseres Mottos „We Serve“ gemeinsam zu handeln? Seit Frauen vor 30 Jahren erneut Zugang zu Lions erhielten, zeichnet sich ein leichter Anstieg der Frauenquote ab. Das liegt vor allem daran, dass die Neugründungen überwiegend gemischte Clubs sind.

     

    Woran mag es liegen, dass Frauen in den Clubs trotzdem noch unterrepräsentiert sind? Im Distrikt 111-BN z.B. engagieren sich nur 11,4% Frauen als Mitglieder in Lions Clubs.

     

    Die vier Diskussionsgruppen stellten fest, dass das oberste Grundverständnis für ein gelingendes Clubleben die gegenseitige Achtung ist: Männer den Frauen gegenüber und umgekehrt.

     

    Weitere Kernaussagen, die in Zukunft näher zu untersuchen bzw. zu berücksichtigen sind:

     

    ⎫ Gute Öffentlichkeitsarbeit (wie bei den Testimonials zu 100 Jahre Lions), Frauen und Männer in gleicher Funktion und Quantität zeigen

     

    ⎫ Abbau von Vorurteilen: Lions ist kein „Altherren-Verein“

     

    ⎫ Transparenz schaffen, weibliche Führungskräfte bekannt machen, um Vorbildfunktion zu zeigen

     

    ⎫ Club-Strukturen überdenken, Entscheidungsprozesse herbeiführen, Öffnung von Männerclubs für Frauen - auf männliche Mentoren zurückgreifen, die Lobbyarbeit leisten, Frauen (z. B. weibliche LEOS) ermuntern, von sich aus bei den Clubs anzuklopfen

     

    ⎫ Das Clubleben familienfreundlicher gestalten

     

    ⎫ Bei Neugründung einem gemischten Club den Vorzug geben

     

    ⎫ GLT-Programme auf gezielte Frauenwerbung ausrichten

     

    ⎫ In vielen Organisationen gibt es weibliche und männliche Mitglieder, die PartnerInnen haben. In keiner Organisation wird so heftig darüber diskutiert wie bei den Lions, ob die Partnerinnen „Frauen zweiter Klasse“ im Club sind, wenn der Club weibliche Mitglieder aufnimmt

     

    ⎫ Das Thema Frauen & Lions sollte kontinuierlich weiter vorangetrieben werden, um im stetigen Wandel unserer Gesellschaft die Chance der bestmöglichen Ressourcenbündelung für Lions nutzen zu können

     

     

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  • Leadership – Frauen in Lions Ämter

     

    Eine Statistik aus BS zeigt für die je 10 gemischt gegründeten Clubs in der Region München sowie in einer ländlichen Region in Oberbayern, dass in der Großstadt rund 48 % der Mitglieder in diesen Clubs Frauen sind, auf dem Land rund 36 %. Der Anteil der Frauen, die in einem gemischt gegründeten Club bisher Präsidentinnen waren, lag aber 2012 nur bei 16 % bzw. 21 %. Auch 2016 besteht mit rund 26 % Frauenanteil bei den Präsidentinnen noch ein deutliches Ungleichgewicht gegenüber den Männern, von denen rund 39 % dieses Amt innehatte (Grafik). Aktuell wird in BS nur ¼ der gemischten Clubs von einer Präsidentin geführt. Auch wenn diese Statistik natürlich nicht repräsentativ sein kann für den MD, spricht doch viel dafür, dass dieser prozentuale Trend auch in anderen Regionen zu finden wäre.

    Die Workshop-Teilnehmer waren zunächst verblüfft über diese Zahlen, dann haben wir uns gefragt: Warum sind Frauen z.B. Sekretäre, Leo- oder Presse-Beauftragte, aber im Vergleich zu den männlichen Mitgliedern viel seltener Präsidentinnen und wie können wir das verändern?

     

    Die wichtigsten Antworten:

     

    ⎫ Frauen streben meist nicht von sich aus nach vorne, sie sollten/müssten positiv gefragt werden „Ich traue Dir das Amt zu, wir unterstützen Dich!“

     

    ⎫ In den drei Bayerischen Distrikten gibt es gemeinsame zweitägige Leadership-Seminare, die u.a. mit einer Rhetorik-Schulung und Video-Analyse auf das Amt als Präsident vorbereiten; solche speziellen Ämterschulungen wurden für alle Distrikte gewünscht, ein Thema für GLT im MD

     

    ⎫ Es sollte eine mindestens halbtägige Präsidenten- und Präsidentinnen-Schulung geben im Rahmen des KDL

     

    ⎫ Frauen müssen mutiger werden, dazu würden bessere und detailliertere Ämterbeschreibungen sowie die Vorbildfunktion weiblicher Amtsträger beitragen

     

    ⎫ Das Beispiel einiger gemischter Clubs, immer abwechselnd eine Frau und einen Mann als Präsidenten zu wählen, sollte „Schule machen“

     

    Wenn mehr Frauen Präsidentinnen werden, erfüllen sie die Voraussetzungen, als ZCH im Kabinett ihres Distrikts mitzuarbeiten. Aktuell werden nur 52 der 212 Zonen im MD von einer weiblichen Zone-Chairperson geleitet. Auch im Kabinett und im Governorrat sind die magischen 50 % noch weit entfernt......

     

     

     

     

     

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  • Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Lions-Mitgliedschaft

     

    Schon die Vereinbarkeit von Beruf und Familie macht vielen Eltern Schwierigkeiten. Mehr als zwei Drittel (68%) geben an, damit Probleme zu haben. Wenn dann noch ein Ehrenamt hinzukommt, rücken Zeit und Belastung schnell an die Grenzen des Machbaren. Doch Lions Clubs International braucht die jungen Menschen, die naturgemäß mit Beruf und Familie ausgefüllt sind, genauso wie die Generation, die mit der Pflege der älteren Angehörigen betraut ist. Wie kann der Spagat trotzdem gelingen, welche Bedingungen brauchen diese Menschen, um sich in einem Lions Club engagieren zu können?

     

    ⎫ Die Akzeptanz des Partners ist wesentlich für das ehrenamtliche Engagement und kann erreicht werden, wenn Sinn und zeitliches Engagement klar benannt werden, idealerweise bevor die Entscheidung für eine Clubmitgliedschaft gefallen ist: Zeitlicher Umfang des Clublebens sowie die Verpflichtung, Ämter zu übernehmen, müssen ehrlich angesprochen werden.

     

    ⎫ Die Akzeptanz und Toleranz des Clubs, wenn in besonderen Situationen - zeitweise stärkere berufliche Belastung, Krankheiten, besondere Situationen in der Familie - nur eine geringere Anwesenheit bei den Clubabenden möglich ist.  Dazu gehört beidseitig eine offene Kommunikation. Hier ist der Mitgliedschaftsbeauftragte gefragt als Vermittler, wenn es im Austausch hakt.

     

    ⎫ Die Organisation eines Betreuungsdienstes für Kinder und ältere Angehörige, vielleicht die Leos (entgeltlich), um die Teilnahme am Clubleben zu ermöglichen.  Das gleiche gilt auch für Distrikt- und Multidistriktversammlungen - dort sollte neben einem für Partner und Kinder attraktivem Begleitprogramm auch ein Babysitter-Dienst vorgehalten werden.

     

    ⎫ Die Ausrichtung der Clubsitzungen und Aktivitäten nach den Möglichkeiten und Bedürfnissen seiner Mitglieder. Die übliche 2-wöchige abendliche Clubversammlung ist auf den Prüfstand zu stellen, vielleicht ein Clubtreffen am Sonntag mit Beteiligung der Familie anzusetzen.

     

    ⎫ Die Steigerung der Attraktivität einer Mitgliedschaft im Lions Club, die als Bereicherung, nicht als zusätzliche Belastung empfunden werden sollte. Nur dann wächst die Bereitschaft Familie, Beruf und ehrenamtliches Engagement unter einen Hut zu bringen. Neben den berufs- und familienfreundlichen Rahmenbedingungen spielt das Image von Lions eine große Rolle. Weg vom „Altherrenimage“ zu einer flexiblen Organisation für junge, ältere und alte Menschen.

     

    ⎫ Förderung eines „gesunden Egoismus“ z.B. durch Seminare zur Selbstbehauptung sowie die Hilfestellung im ehrenamtliche Engagement durch Mentoren (nicht zu verwechseln mit Paten)

     

     

     

     

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  • Neue Wege

     

    Auf der Ideenbörse der Open Space Veranstaltung stellte sich schnell heraus, dass drei Säulen zum Thema „Frauen & Lions“ betrachtet werden müssen:

     

    Club – Distrikt  –  Multidistrikt

     

    Unsere Fragestellung war: Was können die Clubs, der Distrikt und der Multi-Distrikt tun, um erfolgreich zu agieren?

     

    Als Ergebnis der Diskussionsrunde kann global festgehalten werden:

     

    ⎫ Clubs sollten

    - zum „Anlocken“ „sichtbar“ sein durch PR und attraktive Activitys

    - Frauen als Entscheidungsträger auf den Fotos bei Activitys zeigen

    - eine größere Vernetzung von Frauen untereinander fördern

    - offene Abende anbieten und das Aufnahmeverfahren diskutieren

    - auf männliche Unterstützung zurückgreifen sowie den Bekanntenkreis ansprechen, um das Thema zu publizieren

    - außerdem: „Ask  one“ von Frauen für Frauen

     

    ⎫ Distrikt

    - durch GMT/GLT das Thema befürworten, Workshops anbieten, in der Präsidenten- und Mitgliedschafts-Beauftragten-Schulung zum Thema machen

    - Ideen und eventuelle Vereinbarungen an den MD weiter geben

    - Sichtbarkeit von Frauen z.B. in Presse / Distrikt-Magazin / sozialen Medien

    - weibliche Clubmitglieder sollten Präsenz zeigen in der Zone, bei Distrikt-Veranstaltungen, auf dem KDL

    - auf der DV offensiv („knackig“) die Zahlen anbringen

     

    ⎫ Multidistrikt

    - das Leitbild von Lions Clubs International in Deutschland modernisieren, weiblicher werden lassen

    - mehr Frauen auf der Multi-Distrikt-Ebene agieren lassen

    - mehr Führungs-Präsenz von Frauen in der Presse (LION) zeigen

    - die Inhalte der KGMT/KGLT-Schulungen intensiver auf das Thema Frauen & Lions abstimmen

    - auf den kommenden KDL und auf dem Europaforum diesen Workshop zum Thema #morewomeninlions weiterführen

     

    Die Sammlung zeigt sehr deutlich, dass das Thema hauptsächlich in der Öffentlichkeitsarbeit (den Magazinen, den sozialen Medien und dem Internet), also in der Sichtbarkeit sowie in der Idee von GMT/GLT angesiedelt ist.

     

    Fazit: Dieser Workshop sollte für das Thema sensibilisieren, und das hat er ganz offensichtlich getan. Der ausdrückliche Wunsch der Teilnehmerinnen und Teilnehmer war es, in dieser Runde online in Kontakt zu bleiben. Fortsetzung folgt beim Europa Forum 2017 in Montreux sowie beim KDL 2018 in Leipzig. Bitte schreiben Sie uns Ihre Meinung, Anregungen, Fragen auf www.more-women-in-lions.de

     

     

     

     

     

     

     

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  • Grafiken zum Thema

    Prozentsatz Männer und Frauen, die in gemischt gegründeten Clubs Präsidenten bzw. Präsidentinnen waren

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